LIFESTYLE

Capsule Wardrobe oder noch ein Jahr ohne Kleiderkauf ?!?

20. Januar 2017

Capsule Wardrobe – eine eingeschränkte Garderobe?
2016 war mein Jahr ohne Kleiderkauf. Meine persönliche Challange. Mein Fazit zu einem Jahr ohne Kleiderkauf gibt es hier Nachzulesen. Als 2016 zu Ende ging war ich recht wehmütig. So schnell verging das Jahr. So viel hatte es verändert. Ich habe mich tatsächlich so viel freier gefühlt. Nur, wie soll es nun weitergehen? Noch ein Jahr als Challange anzuhängen erscheint mir eigenartig, denn eigentlich „brauche“ ich das nicht mehr. Nicht, weil ich genug davon habe, nicht weil es zu anstrengend war. Nein, sondern weil es so viel verändert hat, das ich sowieso nicht mehr zurück kann zu dem, was davor war.

Veränderungen

Nach einem Jahr ohne Kleiderkauf zurück zu kehren zu normalem Shopping Verhalten ist eigentlich unmöglich. Viel zu sehr bin ich es nun gewohnt, zu verzichten. Außerdem weiss ich jetzt viel genauer, was ich wirklich brauche, und was eher nicht. Ich hinterfrage viel mehr, bevor ich kaufe. Ich schaue mir Dinge die ich kaufen will, genauer an. Woher kommt es? Wer hat’s gemacht? Wie ist die Qualität? Was ist es mir wer?

Weitermachen aber wie?

Aber was ist die Steigerung von einem Jahr ohne Kleiderkauf? Was kann ich an mir und meinem Kaufverhalten, an meinem Kleiderschrank noch ändern? In Gesprächen mit Freundinnen waren wir uns alle immer einig – wir haben zu viel und tragen zu wenig. In Wirklichkeit tragen wir unsere Lieblingsstücke und der Rest ist im Schrank und bleibt dort auch oft ohne getragen zu werden. Aber warum ist das so und was können wir ändern?
Ich bin über die wohl bekannteste Bloggerin Österreichs – Dariadaria – auf das Capsule Wardrobe System, gestossen, ein Schranksystem mit wenigen Teilen. Ich kannte diese Art des Kleiderschrankes im Ansatz, das es einen eigenen Namen dafür gibt, wusste ich nicht. Also begann ich zu recherchieren und zu lesen. Das Thema hat mich sehr interessiert. Zuerst war ich erstaunt, das es tatsächlich funktionieren soll mit weniger als so quasi Nichts auszukommen.

Capsule Wardrobe

Capsule Wardrobe oder noch ein Jahr ohne Kleiderkauf ?!?

Das System ist einfach erklärt – du Besitz nur noch 33 Stücke in deinem Kleiderschrank.
Nein, das ist kein Tipfehler. Dreiunddreissig. Sonst nichts.
Jetzt mag der eine oder andere bestimmt denken – BITTE?!? Das ist ja wohl ein Scherz.
Das dachte ich auch. 33 erscheint einem im ersten Moment so wenig. Trotzdem hat mich der Gedanke nicht los gelassen, weil ich wirklich innerlich immer noch nach Veränderung schreie.
Und ich glaube es IST möglich mit wenig auszukommen. Ich werde es versuchen. Eine gute Anleitung zur Erstellung eine Capsule Wardrobe habe ich hier gefunden.

Zum Aussortieren meines Schrankes habe ich mir diesmal wirklich Zeit gelassen und einen Garderobenständer zu Hilfe genommen. Ich habe alle meine Lieblingsstücke, die ich wirklich ständig trage, erstmal da hin gehängt um zu sehen, ob sie auch untereinander kombinierbar sind. Und auch festgestellt, meine restlichen Klamotten fehlen mir nicht wirklich. Ich habe mich vorwiegend an der Kleiderstange bedient. Ich habe also nochmals radikal aussortiert und einige Säcke Klamotten weg gegeben. Und einen verschwindend kleinen Teil in eine Kiste gepackt und auf dem Dachboden gelagert. Diese Kiste werde ich wohl wieder hervorholen um immer Mal wieder Abwechslung in den Kleiderschrank zu bringen. Vielleicht trenne ich mich aber früher oder später doch ganz davon, wer weiss.

Witzerweise habe ich festgestellt, ich greife am Liebsten zu grau und schwarz. Bin viel weniger bunt als ich es noch vor einigen Jahren war. Habe viele Basic Teile, die sich toll unter einander kombinieren lassen. Und nur einige wenige Farbkleckse im Schrank. Unterwäsche und Socken habe ich übrigens nicht zu den 33 Teilen gezählt, und auf dem Bild fehlen auch ein paar Shirts und 3  Jacken, aber im Grunde war das alles. Damit habe ich selbst nicht gerechnet.

Und wozu das alles?

Capsule Wardrobe oder noch ein Jahr ohne Kleiderkauf ?!?

Gute Frage. Ich erhoffe mir auszukommen mit dem was ich habe und nur zu kaufen wenn es notwendig ist. Das betrifft natürlich auch das Nähen. Ich möchte mich in diesem Jahr nicht zu 100% darauf beschränken, alles zu nähen, was ich brauche bzw. ersetzen muss, aber es soll doch so ein, erstmal zu sehen, ob ich etwas selbst machen kann, bevor ich kaufe. So ist der Plan. Und ich denke, es kann wirklich funktionieren. 2016 habe ich schon einen guten Teil meiner Stoffsucht ad acta gelegt und darauf geachtet, mir Teile zu nähen die ich a) brauche und b) auch wirklich tragen werde. Ich denke ich bin auf einem guten Weg. Ich denke aber, ich werde nicht allzu streng sein mit mir selbst, wenn es am Ende 2-3 Teile mehr sind als 33, halte ich es auch für absolut in Ordnung. Guter Plan, oder was meint ihr?

Habt ihr auch schon ein Jahr ohne Kleiderkauf gemacht? Habt ihr auch eine Capsule Wardrobe? Was haltet ihr von der Idee?

XOXO
Michaela

10 Comments

  • Reply Kdidit 20. Januar 2017 at 21:08

    Ein ehrgeiziges Projekt, aber du machst mich neugierig… es wäre toll, immer wieder mal einen Zwischenstand zu bekommen; ich wäre eine eifrige Leserin!

  • Reply Michaela 21. Januar 2017 at 8:49

    ich glaube es ist möglich, ich bin gespannt was dieses Experiment mit mir machen wird; Zwischenberichte gibt es, versprochen 😀

  • Reply Ani lorak 21. Januar 2017 at 20:48

    Sehr interessant. Kennst Du Elke? http://www.ellepuls.de Elke hat das Thema auch aufgegriffen. Ich beschäftige mich immer mehr damit. Bin noch nicht so weit, aber auf dem Weg. Es erleichtert und macht freier.

  • Reply #swag - new Shirt, new love - 13. April 2017 at 0:02

    […] ihr euch noch an meinen Beitrag zum Thema Capsule Wardrobe? Es ist gar nicht so einfach mit so einer kleinen Stückzahl an Kleidungsstücken zu leben. Bald […]

  • Reply Tanja 28. April 2017 at 20:57

    Den Artikel find ich klasse, liebe Michaela!
    Mir geht’s da nicht recht viel anders, außer, dass es bei mir ein wenig mehr als 33 Stück sind. Mich zieht es seit der textilen Umgestaltung vorwiegend zu schwarz und weiß, inklusive ein bissl rot und blau an der Kleiderstange. Und der dazu gewonnene Platz, der nun nicht mehr als Kleiderkasten-Ecke herhalten muss, wird seitdem als Yoga-Plätzchen genutzt. 🙂

    Bin grad durch die Zero Waste-Gruppe auf dich aufmerksam geworden und werd deinen Blog jetzt ganz genau unter die Lupe nehmen! 😉 Liebe Grüße
    Tanja von http://www.blattgruen.me

    • Reply Michaela 29. April 2017 at 8:03

      Liebe Tanja, es freut mich sehr das du mich gefunden hast. Ich hoffe es gefällt dir her und du schaust öfter vorbei. Hab schon eine Blick auf deinen tollen Blog geworfen und bin dir gleich mal zu Facebook gefolgt 😉
      Liebste Grüße
      Michaela

  • Reply Kukla, Strickjacke, Shirt - meine Capsule Wardrobe Basics + FREEBIE - 25. Mai 2017 at 0:00

    […] Herzenprojekt 2017 ist meine Capsule Wardrobe. Zu Beginn des Jahres habe ich schon ganz genau uns ausführlich erklärt, was das ist und wie es […]

  • Reply schnelle Ideen für mehr Nachhaltigkeit - #byebyeschweinehund - 19. August 2017 at 18:37

    […] viel in mir verändert hat. Nicht nur in meinem Kleiderschrank – heute lebe ich mit einer Capsule Wardrobe – nein auch in anderen Bereichen hat sich viel […]

  • Reply Natur ums Eck I grüne Mode regional kaufen - LITTLEBEE 22. September 2017 at 18:52

    […] ich mit meiner Capsule Wardrobe im Januar gestartet bin, habe ich schon so einige Fehler in meinem System entdeckt. Ich habe schon […]

  • Reply mein minimalistischer Kleiderschrank | ein Selbstversuch Update 19. März 2018 at 17:28

    […] Und weil mein Projekt nicht enden sollte, habe ich begonnen mir eine Capsule Wardrobe einzurichten. Hier findest du alles Wissenswerte darüber, die Basics, worauf du achten solltest und wie du am besten […]

  • Leave a Reply

    Ich akzeptiere